Bildbearbeitung mit Lightroom und Photomatix – Gastartikel von Michael Wünsche
Dies ist ein Gastbeitrag von Michael Wünsche, der uns vor allem durch seine Bildbearbeitung positiv aufgefallen ist. Daher haben wir ihn gebeten doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern und an einem Beispiel zu erklären was er denn typischerweise bei der Bildbearbeitung so tut.
Als erstes möchte ich mich bei Paddy und bei www.fotoburschen.de bedanken, die mich gefragt haben, einen Gastbeitrag über das Thema Bildbearbeitung zu schreiben. Natürlich habe ich sofort zugesagt.
Als Equipment nutzte ich meine Canon D400, ein Sigma Weitwinkel 10-20mm, ein Dreibeinstativ und ein Infrarot Fernauslöser. Das Foto wird mit 3 verschieden Belichtungszeiten aufgenommen. Einstellen kann man das über das Kameramenü – Punkt 2 – AEB und dort auf -2/0/+2. Mit Blende 14 und den dortigen Lichtverhältnissen ergab sich eine Belichtungszeit von 1/13, 1/50 und 1/200. Spiegelvorauslösung und Fernauslöser deshalb aus, um eventuelle Erschütterungen zu vermeiden.
Die Bilder lade ich in Lightroom hoch und experimentiere damit ein wenig. So kann schon mal zwischen 10 Minuten und 1 Stunde Zeit pro Bild vergehen, bevor ich mit einem Bild zufrieden bin. Meine Bilder bearbeite ich eher nach Gefühl sowie meiner momentanen Stimmung und nicht nach einem vorgefertigen Konstrukt.
Voraussetzung ist, dass man sich mit den Grundlagen von Photomatrix und Lightroom auskennt. Als Beispiel soll ein Bild von den Bergen im Oberallgäu dienen.
Schritt 1 – Photomatrix
Als Vorlage haben die folgenden 3 Bilder gedient:
Alle 3 Bilder in Photomatrix hochladen, zusammen setzen lassen und per Tone Mapping bearbeiten. Ich arbeite gerne mit dem “Details Enhancer”. Dort habe ich mit den Reglern “Stärke” und “Farbsättigung” gearbeitet. Genauso kann man es mit “Weißpunkt” und den “Schwarzpunkt” machen. Mit der Farbsättigung und Helligkeit sollte man nach Gefühl arbeiten. Danach “Verarbeiten” starten und als 16 Bit TIFF Datei abspeichern. Ich wandle die TIFF Datei in eine jpg Datei mit 100% Qualität um. Somit ist der einfachste Part geschafft.
Schritt 2 – Lightroom
In Lightroom gehe ich mit der “Klarheit” gleich auf 100%. Diesen Tipp habe ich aus dem Buch “Digitale Fotografie” von Scott Kelby. Man merkt sofort, dass das Bild lebendiger wirkt und man mehr Details erkennen kann. In diesem Fall habe ich noch mit dem Kontrast gespielt. Da ist ein wenig Feintuning gefragt.
Vorteil bei Lightroom, man kann alle vorgenommen Veränderungen sofort sehen und ggf. gleich wieder per Doppelklick auf den Regler zurück zum ursprünglichen Ausgangswert stellen.
Da mir bei diesem Bild die Farben blau und grün zu grell waren, habe ich unter “HSL” bei den entsprechenden Farbreglern die Werte herunter geregelt.
Mit der Gradikationskurve kann man an den “Lichtern”, “helle/dunkle Farbtöne” und den “Tiefen” Einstellungen vornehmen. Bei diesem Bild habe ich aber lediglich die “Tiefen” abgeändert. Was das ganze Bild noch einen Tick realistischer machte.
Zum Schluss kommt die Schärfe. Mit diesem Regler ist aber Vorsicht geboten. Zuviel Schärfe und man hat eckige Abstufungen auf dem Bild, bei den unterschiedlichen Objekten/Motiven. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn man die Bilder im Fotolabor entwickeln läßt. Diese leidige Erfahrung habe ich schon machen dürfen.
In der Großansicht des Bildes habe ich noch ein paar Staubflecken entdecken können, die wohl auf meiner Linse oder Spiegel waren.
Diese zu entfernen ist mit Photoshop kein Problem. Bild in Photoshop hochladen, Bereichsreparatur Pinsel Werkzeug in euer Werkzeugleiste anklicken, die Pinselgröße auswählen und einfach auf den Fleck klicken. Somit ist der nicht mehr sichtbar. Wichtig, die Größe des Bereichsreparatur Pinsel so auswählen, dass er minimal größer als der eigentliche Fleck ist.
In meinem Fall habe ich einen schwarzen Hintergrund gewählt, der in der Höhe um 80 pixel größer ist, als das eigentliche Bild. Das Bild dann als zweite Ebene auf den schwarzen Hintergrund gesetzt und somit den schwarzen Balken oben und unten erhalten. Bild abspeichern und fertig!
Resultat
Mein Fazit:
Dieses Tutorial soll einem nur ein einfaches Beispiel vorzeigen, was jeder nachstellen kann. Natürlich sind nicht alle Bilder so einfach zu bearbeiten gewesen und ich habe sicher an einigen Bildern eine Stunde und länger dran gesessen.
Es ist alles kein Hexenwerk und man kann an diesem Beispiel sehen, das man mit ein paar einfachen Schritten ein ansprechendes Ergebnis erreichen kann. Meiner Meinung nach sollte man in der Bildbearbeitung einfach experimentieren. Mit den heutigen Grafikprogrammen ist das um einiges einfacher als noch vor ein paar Jahren.
Irgendwann findet man seinen ganz persönlichen Stil.
Frohes Neues Jahr, gutes Licht und viel Spaß beim Fotografieren.
Michael Wünsche

















[...] mehr als geehrt und sagte sofort zu. Und heute ist es soweit. Mein Gastbeitrag ist auf Fotoburschen.de [...]
Sorry aber ich sehe in dem HDR Ergebniss nichts, was man nicht auch mit dem korrekt belichteten Bild der oberen Belichtungsreihe hätte erzielen können. Ein grosser Vorteil der Bearbeitung des Einzelbildes wäre auch gewesen, das evtl. vorh. Bewegungen des Grases durch Wind kein Problem darstellt. IMHO gibt es sinnvollere Beispiele für dezent bearbeitete HDR Motive. Letztendlich kann man das Beschriebene aber so einsetzten und ist damit bestimmt für manchen ein Gewinn.
Hallo Tom,
danke für dein Feedback. Natürlich gibt es andere Motive an denen man eine HDR Bearbeitung noch mehr verdeutlichen kann. Mir ging es aber eigentlich nicht darum ein HDR Tutorial zu schreiben, sondern lediglich darum eine allg. Beschreibung meiner Bildbearbeitung abzuliefern.
Es ist immer schwer ein Beispiel von der Vielzahl meiner Bilder heraus zu piken und dann genau die Vorgehensweise zu beschreiben. Soll man es auch für den Laien verständlich machen oder eher für die, die schon mehr in der Materie drin sind. Ich bin kein Profi, sondern Fotograf aus Leidenschaft. Das versuche ich in meinen Bildern rüberzubringen nicht mehr und nicht weniger. Ich bin auch kein Profi was die Bildbearbeitung angeht, aber ich versuche es im Rahmen meiner Möglichkeiten die besten Ergebnisse abzuliefern.
Für konstruktive Kritiken bin ich dankbar. Wenn du Vorschläge hast, was man anders machen könnte, dann immer her damit. Die werde ich beim nächsten Tutorial versuchen umzusetzen. Ich kann nur dazulernen
Micha
Hallo Michael,
ich als blutiger Anfänger kann mich da nur bei dir bedanken, für das tolle Tutorial, dass ich bei meinen nächsten Bilder ausprobieren werde! Vorallem das mit der Klarheit, wußte ich noch nicht, obwohl ich auch das Buch von Scott Kelby habe!
Danke!
Eine Frage habe ich aber noch, hast du drei Bilder von der Straße gemacht, oder hast du die vorher getrennt bearbeitet?
Gruß
Matthias
Hallo Matthias,
das freut mich sehr zu hören. Genau dafür war auch der Artikel gedacht, damit jeder einen Einstieg in die Materie bekommt. Und viele Bilder die kompliziert bearbeitet aussehen, sind manchmal mit 5-6 Schritten bearbeitet. Es muss nicht immer alles so kompliziert sein. Ich liebe da immer die Einfachheit.
Zu deiner Frage: Alle 3 Bilder sind “out of camera”. Ich bearbeite die vorher nie, sondern setze direkt per Photomatix zusammen und erst dann beginnt die eigentliche Bearbeitung des Bildes.
Wenn ich noch helfen kann, dann immer her mit den Fragen.
Micha
Es beruhigt mich zu hören, dass ich keinen “Doktor” für Photoshop brauche!
Das heißt dann aber I’m Klartext, dass du drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen machst?
Gruß
Matthias
Ja genau, mit jeweils folgender Belichtungszeit 1/13, 1/50 und 1/200. Das kannst du bei der Canon im Menü unter Kamer 2 – AEB einstellen. Einfach dort reingehen und dann mit dem rechts Button vom Steuerkreuz soweit die Punkte auseinanderziehen bis es nicht mehr geht. Das kannst du natürlich auch selber variieren. Wie du willst.
Wenn du das händisch machen willst, dann musst du in den manuellen Einstellungen gehen und dann soweit drehen bis du in den BULB Modus kommst. Dort kannst du mit einem Fernauslöser dann selber die Zeiten vorgeben und auch soviele unterschiedliche Belichtungen vom Motiv machen, wie du willst.
Also das mit dem Bulb-Modus halte ich nur bei extrem langen Belichtungszeiten über 30 Sekunden für eine gute Idee, ansonsten ist das doch total ungenau. Dann besser in den M-Modus gehen und die Belichtungszeit jeweils um 1-2 EV anpassen. Verdoppelung der Belichtungszeit ist übrigens genau eine Blendenstufe.
Die Canon hat dennoch einen Vorteil im Bulb-Modus, da sie dort einen Timer anzeigt, was Nikon z.B. nicht hat. Würde ich dennoch nur empfehlen, wenn man eh schon bei mehreren Sekunden Belichtung ist.
Versuch aber mal bei Nacht auf der Canon 40D die Zeit abzulesen…ohne Taschenlampe
Die wird nähmlich nur oben auf dem kleinen monochronen Display angezeigt. Bei der Canon 400D ist es besser, da sieht man die in weißer Schrift auf dem großen Display.
BULB Modus wende ich halt hauptsächlich nur bei Nachtaufnahmen an. Da kommt das am meisten zum tragen. Ansonsten gebe ich Paddy Recht bzw. wie ich oben beschrieben habe, lass es die Kamera über den AEB Modus machen.
Ob Bulb oder nicht Bulb, sehr schöner Beitrag für einen Einstieg in die Thematik der kreativen Bildbearbeitung. Es ist sehr einfach dem ganzen zu folgen. Bei deinen Ergebnissen gefällt mir besonders die Sättigung der Farben ausgesprochen gut. Wie schon mal erwähnt, Daumen hoch dafür
@ Michael
das sollte schon gehen, dafür gibts doch einen Lichtschalter
@jokkel
Ein Lichtschalter draussen in der Pampas? Oh ja, den will ich sehen
Nein nicht in der Pampa sondern neben den
jedenfalls ist bei meiner 40d da einer
Echt? ich glaube da muss ich mal meinen Kumpel über seine 40D aufklären
Der beschwerte sich nähmlich immer das er nix sieht.
“Spiegelvorauslösung und Fernauslöser deshalb aus, um eventuelle Erschütterungen zu vermeiden.”
AUS? EIN!
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