Buch-Review: Bildkomposition und Bildwirkung in der Fotografie
Ich finde das Thema Bildkomposition gehört zu den größten Herausforderungen in der Fotografie. Das ist einfach für mich der kreativste Part an der ganzen Knipserei, leider bin ich nicht wirklich mit Kreativität gesegnet und muss mir daher das Thema Bildaufbau und Bildkomposition hart erarbeiten. Aus dem Grund habe ich mich auch sher auf das Buch “Bildkomposition und Bildwirkung in der Fotografie” von Gerhard Zimmert und Beate Stipantis gefreut, so ganz Klick gemacht hat es jedoch noch nicht.
Das Buch besteht aus einem Theorieteil und einem sehr umfangreichen Praxisteil mit vielen Bildbeispielen. Theorie hat es nun mal so an sich, dass sie trocken ist, das können auch Zimmert und Stipantis nicht ändern. Leider überspannen sie in dem Buch den Bogen etwas und sind zu technisch, bzw. beschäftigen sich im ersten Teil zu sehr mit total abstrakten Theoriegrundlagen. Der Ansatz ist meiner Meinung nach gut, aber irgendwie schafft es das Buch nicht mich im ersten Teil zu fesseln.
Die 10 Kapitel des Theorieteils starten bei einfachen Kompositionselementen, gehen über den Umgang mit Schärfe, Beleuchtung und Bewegung, bis hin zu Farben und Kontrasten für die Bildgestaltung. Den Abschluß des ersten Teils bildet ein Kapitel über Ethik welches sich mit Symboliken beschäftigt und aufzeigt was man mit bestimmten Mustern, Farben und Motiven assoziiert und wie man diese gezielt einsetzen kann, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.
Viel spannender hingegen finde ich den Praxisteil. Hier ist jeweils einem Bild eine Doppelseite gewidmet, auf der eine Skizze die Linien des Bildes nachzeichnet anhand derer man die Theorie aus dem ersten Teil auf das Foto anwenden kann. Der Autor gibt außerdem allgemeine Informationen wie das Bild entstanden ist, wie die Kräfte und Richtungen wirken und wie Symmetrie, Rhytmus, Beleuchtung und Kontraste in der Aufnahme zur Bildwirkung beitragen. Der komplette Praxisteil lädt zum stöbern ein, man blättert durch das Buch und wenn man eine interessante Aufnahme findet und sich fragt was dahinter steckt, so liest man den entsprechenden Abschnitt dazu.
Die Aufteilung zwischen Theorie und Praxis beträgt etwa 2/3 zu 1/3. Wer sich das Buch kauft sollte schon eine gewisse Bereitschaft mitbringen, sich auch mit der Theorie auseinanderzusetzen und nicht nur die Bilder im Praxisteil anschauen, auch wenn die für sich alleine bereits sehr lehrreich sind.
Bildkomposition und Bildwirkung in der Fotografie hinterlässt ein gemischtes Gefühl. Der erste teil ist echt trocken und der Schreibstil der Autoren ist auch nicht besonders unterhaltsam, was in der Kombination natürlich für einen Theorieteil tödlich ist. Ich bin also ein bisschen zwiegspalten, da die Inhalte einerseits sehr interessant und lehrreich sind, der Schreibstil das Lesen aber recht zäh macht. Positiv hingegen ist der zweite Teil zur Praxis, der doch deutlich spannender ist, was vor allem an den interessanten Bildern liegt.
Mit einer Empfehlung tue ich mich etwas schwer. Wer sich wirklich mit den Grundlagen der Bildkomposition beschäftigen möchte und sich nicht vor der Theorie scheut, für den ist das Buch großartig. Wer jedoch auf unterhaltsame Art an das Thema herangeführt werden möchte, der sollte es lieber im Regal lassen.
Das Buch ist fest gebunden und kostet € 44,95. Weitere Informationen findet Ihr auf den Seiten des Verlages zum Buch.









Beiträge mit ähnlichen Tags:
Kommentar