Die Sicht der Dinge – Schnappschussfotografie
Vor Jahren habe ich mal an einen Workshop in Sachen Schnappschussfotografie teilgenommen. Attached ein paar Auszüge, von dem was ich noch weiß.
Allgemeines
Die Schnappschussfotografie kann, wenn man es richtig betreibt, unheimlich viel Spass machen. Eines ist bei so einer Kür ganz wichtig. man sollte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn nicht alles was man sieht, hört oder was einem Interessant erscheint, muss gleich “erlegt” werden. Ich habe damals mal gelernt, dass man einfach seine Sicht der Situationen und Dinge schweifen lassen soll. Ein ganz wichtiges Kriterium ist dabei, sich von den alltäglichen Sichtweisen zu lösen. Wenn Ihr das drauf habt, kann die Speicherkarte gar nicht groß genug sein.
Technik
Zuerst habe ich immer gedacht, so etwas gelingt nur mit einem fetten Zoom, damit die Personen oder Situationen nicht bemerken, dass Sie abgelichtet werden. Falsch! Erstens bewegt ein Fotograf sich sowieso in Sachen People-Fotografie in einer Grauzone, wenn kein Einverständnis vorhanden ist und zweitens bekommt der Schnappschuss nicht den Charme des “mitten drin”. Soll heißen, verwendet Brennweiten die dem menschlichen Blinkwinkel entsprechen. Also Brennweiten um die 50mm. Aus technischer Sicht entspricht eine Festbrennweite von 50mm einem Blickwinkel von ca. 46 Grad. Das ist bei einem Kleinbildformat von 24 mal 36 Millimeter ungefähr eine Normalbrennweite von 43 Millimeter. Bei DSLR’s mit einem APS-C Sensor wären das Brennweiten zischen 28- und 35 Millimeter.
Weitere Einstellungen
Bevor Ihr auf die Schnappschussjagt geht, solltet Ihr Euch noch ein paar Einstellungen an der Kamera überlegen. Ich habe damals in dem Workshop gelernt, dass das Hauptaugenmerk auf die Verschlusszeit gelegt werden sollte. Klingt logisch, wenn man bedenkt, dass Schnappschüsse sich bewegen könnten und die Situation von der einen auf die anderen Sekunde schon wieder vorbei sein kann. Hierzu habe ich eine Faustformel, die noch hängen geblieben ist. Damit das Motiv einigermaßen “knackscharf” eingefangen wird, kann man den Crop-Faktor der Kamera (Nikon 1,5 – Canon 1,6) mit der Brennweite multiplizieren. Der daraus resultierende Kehrwert – Bei einer Festbrennweite von 50mm = 80 bzw. 75 – ergibt die Verschlusszeit. Bei statischen Motiven macht das eine Verschlusszeit von 1/80 Sekunde. Klar, bei dynamischen Motiven geht das natürlich in die Hose. Versucht Euch irgendwo bei 1/250 Sekunde einzupendeln. Noch cooler wird es dann, wenn Ihr die Situation freistellt, also mit richtig Schärfentiefe. Versucht auch mal ein wenig mit dem ISO-Wert zu spielen. Ein wenig Bildrauschen für ein S/W Motiv kann einen super Charme versprühen.
Zum Schluss
Bei der Schnappschussfotografie musst Du schneller als das Motiv sein. Diese Technik ist ohne Frage sehr schwer zu beherrschen und benötigt viel Routine und Übung. An diesem Wochenende werde ich eine Hochzeit fotografieren und gleichzeitig versuchen, ein paar schöne Schnappschüsse von verschiedenen Momenten und Situationen zu bekommen. Mit Erlaubnis und dem Einverständnis der Personen und dem Brautpaar kommen in den nächsten Tagen hier ein paar Shots von der Hochzeit und ein kleiner “Erfahrungsnachsatz”.









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