Fotoburschen fragen … heute Jog
In dieser Reihe interviewen wir Fotografen, die uns auf irgendeine Art aufgefallen sind. Sei es durch persönlichen Kontakt oder einfach weil wir über ihre Bilder gestolpert sind. Uns ist dabei vollkommen egal, ob es sich um reine Hobbyfotografen oder um Vollprofis handelt. Hauptsache sie teilen unsere Leidenschaft zur Fotografie.
Heute im Interview: Jog, der Mann dessen Name nicht genannt werden darf
. Viel Spaß beim lesen!
Fotoburschen: Hallo Jog, danke dass Du Dich bereit erklärt hast ein paar Fragen für uns zu beantworten. Stell Dich doch bitte kurz vor.
Jog: Ich bin Ende 30, bin Vater von zwei Kindern, wohne seit Ewigkeiten in Bielefeld, arbeite seit über 10 Jahren in der ”Internet-Branche”, liebe alte Autos und blogge seit nun fast sechs Jahren als powerbook_blogger.
Fotoburschen: Wo kann man Deine Fotos bewundern? Hast Du eine eigene Website, Flickr-Account o.ä.?
Jog: Ein Auszug meiner Photos stelle ich bei Flickr ein, allerdings war ich da in den letzten Monaten nicht besonders aktiv. Hin und wieder landet auch mal ein Bild von mir in meinem Blog. Ein Grossteil meiner iPhone-Knipserei landet bei facebook, eher private Bilder in meinem Photo-Blog.
Fotoburschen: Wie bist Du zur Fotografie gekommen und seit wann fotografierst Du?
Jog: Die ersten Selbstortraits von mir habe ich wohl mit 10 Jahren mit einer Neckermann-Billig-Spiegelreflexkamera meiner Mutter auf schwarz-weiss Film erstellt. Schon damals habe ich mit Langzeitbelichtungen rumgespielt – allerdings ohne wirklich zu wissen, was ich da tue. Irgendeine Knipse hatte ich seitdem immer, habe mich aber erst mit dem Aufkommen von digitalen Kameras wieder verstärkt für das Photographieren interessiert. Mein damaliger Arbeitgeber hatte 1998 eine Agfa angeschafft, damals noch recht unbezahlbar für mich. Die hatte ich aber meist an meinem Platz.
Irgendwann habe ich mir dann eine Ixus gekauft. Nach einem Jahr war der Akku hinüber und ich doch recht frustriert, weil die Knipse so limitiert war. Im Juni 2005 habe ich mir dann nach längerer Recherche eine Nikon D70 gekauft. Und war einfach nur begeistert. Seitdem photographiere ich doch recht viel und auch sehr sehr gerne.
Im Dezember letzten Jahres habe ich dann, nachdem ich eisern gespart hatte, mir meinen Traum erfüllt und bei eBay eine Nikon D3 ersteigert. Die Leute können mir ja viel erzählen. “Gute Objektive sind das A und O”. Ich halte das – Verzeihung – für vollkommenen Schwachsinn. Ich habe das erste halbe Jahr nur mit dem 50mm/f1.4 und der D3 photographiert. Eine perfekte Kombination. Der Body ist wichtig. Die D3 ist so unglaublich lichtstark, dass man fast nie einen Blitz braucht. Im Vergleich zur D70 (auch wenn der Vergleich nicht so wirklich zulässig ist) habe ich noch viel mehr Spass beim Knipsen.
Fotoburschen: Hast Du einen Schwerpunkt? Was fotografierst Du am liebsten?
Jog: Nein, ich habe keinen Schwerpunkt. Ich experementiere gerne. Wenn ich durch die Gegend laufe, dann knipse ich Sachen, die ich mag, die mir auffallen. Und ich freue mich, wenn ich es schaffe, auf dem Photo das einzufangen, was ich gesehen habe. Dem Betrachtes des Bilder später also eben das Zeigen kann, was ich gesehen habe. Und das finde ich wirklich nicht einfach.
Im letzten halben Jahr habe ich im Rahmen meiner nebenberuflichen Aktivitäten einen Tanzkurs-Abschlussball, eine Reihe von touristischen Landschaftsaufnahmen wie auch Image-Bilder für ein Kosmetik-Studio geschossen. Da gab es wenig Gemeinsamkeiten, ausser dass alle “Jobs” sehr viel Spass gemacht haben. Das ist doch das Schöne daran, wenn man
nicht hauptberuflich photographiert. Man kann herumexperimentieren.
Fotoburschen: Hast Du ein Lieblingsbild, das Du uns zeigen möchtest?
Jog: Eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbilder gibt es bei Flickr. Die meisten meiner Lieblingsbilder sind mir zu privat, um sie der Öffentlichkeit darzubieten.
Fotoburschen: Verrätst Du uns einen kleinen Trick, den Du gerne anwendest und der Dir oft hilft bessere Fotos zu machen?
Jog: Ich habe es lange Zeit so gehalten, dass ich 50 Bilder von einer Einstellung geknipst habe – frei nach dem Motto ”Eins wird schon gut sein.” Gerade die digitale Technik verleitet einen ja dazu. Mittlerweile bin ich ziemlich davon abgekommen, und versuche es auf zwei, drei Bilder pro Einstellung zu beschränken. Weniger ist mehr. Auch kann ich jedem
Einsteiger nur empfehlen, mit einer Festbrennweite einzusteigen. Wer erstmal eine Zeit lang nur mit einer 50mm Festbrennweite knipst, bekommt meines Erachtens ein viel besseres Gefühl für das Photographieren.
Fotoburschen: Welches Equipment verwendest Du?
Jog: Ich nutze die D70 nur noch sehr selten. An der D3 steckt entweder mein 50mm oder das 14-24/f2.8, was ich mir Mitte letzten Jahres gekauft habe. Ich möchte mein Monopod mittlerweile nicht mehr missen, die D3 und das 14-24 bringen zusammen 2.5 kg auf die Waage und da ist so ein Helferchen – insbesondere bei Innenaufnahmen – wirklich praktisch. Richtig glücklich bin ich auch mit meiner Fototasche, einer Lowepro Stealth Reporter, in der ich immer alles locker mitbekomme – auch mein 13″ MacBook Pro – und die man im Flieger als Handgepäck auch noch recht komfortabel zwischen den Sitzen verstauen kann.
Neben der D3, die mich eigentlich auch jeden Tag überallhin mit begleitet (für den täglichen Gebrauch habe ich noch einen booq Rucksack mit Laptopfach), knipse ich in letzter Zeit doch extrem viel mit dem iPhone. Sicherlich ist die enthaltene Knipse alles andere als toll, aber mit Apps wie ShakeIt (generiert Polaroid-ähnliche Bilder), Quadcamera (4 Bilder in unmittelbarer Abfolge) und TiltShiftGen (emuliert ein TiltShiftObjektiv) kann man so herrlich herumspielen und zum Teil wirklich grossartige Bildchen knipsen. “Lomostyle” macht Spass!
Fotoburschen: Letzte Frage, wen würdest Du uns für eines der nächsten Interviews empfehlen?
Jog: Andreas Reinhold macht wirklich tolle Autobilder und hat mich animiert auf eine PocketWizard-Ausstattung zu sparen. Die schönsten Bilder bei Flickr macht mE Bernie DeChant, dass Schöne an seinen Bildern ist, dass er sich knipsender Weise überall auf der Erde bewegt und so wirklich vollkommen unterschiedliche Stimmungen einfangen kann. Meine Freundin Kathy Phy aus Louisville, Kentucky hat mir gezeigt, dass man auch – für mich persönlich eher langweile Verlobungs- und Hochzeitsbilder – als Profi seinen eigenen Stil mit viel Spass und Musse einbringen kann. Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben, belasse es aber mal bei den Dreien.
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten











[...] Ich bin interviewt worden. Meine arroganten Ausdünstungen zum Thema Knipsen findet der geneigte Leser und Fan bei den Fotoburschen. [...]
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