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Geotagging: Amod AGL 3080 GPS Foto-Tracker im Einsatz

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gpsWir alle kennen wohl das Problem: Man ist auf einer Foto-Safari an einem unbekannten Ort unterwegs, fotografiert wie ein Wahnsinniger und sortiert die Bilder in seine digitale Fotosammlung. Die besten Bilder zeigt man dann Freunden und Bekannten. Doch wehe jemand fragt nach wo das Bild aufgenommen wurde oder man möchte nach längerer Zeit herausfinden wo genau das Bild geschossen wurde. Entweder man hat ein unglaublich gutes Gedächtnis und man hat noch genau parat wo das war – oder man beschäftigt sich mit dem Thema Geotagging – dem Hinzufügen von geographischen Daten in die Metadaten des Bildes.

Möglichkeit A zum Geotagging ist ein bereits eingebautes GPS Modul in der Kamera. Nicht jeder genießt jedoch den Luxus und muss daher auf konventionellere Mittel zurückgreifen: nämlich einem externen GPS-Tracker.

Das Prinzip ist einfach: Man geht aus dem Haus und schaltet das Gerät ein. Ab diesem Zeitpunkt zeichnet das Gerät über die GPS-Satelliten die exakte Position auf und speichert diese in einem Tracklog auf dem internen Datenspeicher. Über die genaue Uhrzeit, welche jede Kamera über die EXIF-Daten an jedes Bild speichert, ist es dann möglich die GPS-Position automatisch am Rechner  zwischen Tracklog und Bilddaten zu synchronisieren. Wichtig ist jedoch, dass die eingestellte Uhrzeit in den Kameraeinstellungen passt.

Ich habe mich für den externen GPS-Tracker Amod AGL 3080 entschieden. Der Hauptvorteil den ich gegenüber den anderen am Markt erhältlichen GPS Trackern ausmachen konnte war, dass er zusammen mit meinem Macbook Pro funktioniert. Alle anderen Tracker waren nicht für Macintosh geeignet (in der Zwischenzeit kann sich das durchaus geändert haben – hinterlasst andere Mac-kompatible Geräte bitte gerne in den Kommentaren).

Einige Herstellerangaben des Amod AGL 3080:

  • interner Speicher 128 MB
  • Abmessung: 90mm x 45mm x 23mm, Gewicht: 50g
  • bis zu 15 Stunden Betriebszeit, benötigt 3x AAA Batterien/Akkus
  • kompatibel mit Windows PC und Mac OS (ohne Treiber)
  • aktueller Preis: ca. 80 EUR

Der Amod AGL 3080 im Praxiseinsatz

Nach dem Kauf hatte ich den Amod AGL 3080 schon einige Male auf unterschiedlichen Foto-Safaris im Einsatz. Bisher hat er seinen Dienst auch recht gut erwiesen, so dass ich sehr zufrieden bin:

  • die Batterielaufzeit ist wirklich sehr gut; mit meinen Sanyo AAA Eneloops war ich ohne Probleme einen kompletten Tag unterwegs (natürlich nicht 24h am Stück) ohne die Akkus wechseln zu müssen
  • handlich ist der Tracker ebenso, er passt einwandfrei in jede Hosentasche und leistet von dort aus auch seinen Dienst
  • etwas nervig empfand ich am Anfang die Exaktheit: teilweise waren die GPS-Daten bis zu 10m neben dem ursprünglichen Entstehungsort des Bildes (Padddy meinte jedoch zu mir, dass dies durchaus normal ist, v.a. wenn man sich in einem bestimmten Radius immer hin und her bewegt)
  • als leicht störend würde ich anmerken, dass die Positionsbestimmung nach dem Einschalten relativ lange dauert (bis zu 5 Minuten) – wenn jedoch mal ein Signal da ist, dann klappt alles ohne Probleme.

Mein Workflow für das Geotaggen mit dem Amod AGL 3080 und Adobe Lightroom 2:

  • Zunächst muss ich die Tracklog Datei des Amod AGL 3080 in ein GPX File “übersetzen”. Dies erfolgt mit dem kostenlos erhältlichen Tool GPS Babel (folgende Einstellungen: Input File Type NMEA 0183 Sentences; Output File Type GPX XML). Das GPX-File wird lokal auf meinem Rechner gespeichert – das Tracklog auf dem Amod AGL 3080 kann nun gelöscht werden.
  • Danach versehe ich direkt in Lightroom mit dem Plugin Jeffrey Friedl’s Geoencoding Plugin (Donationware) die Bilder mit den Geodaten: nach Installation des Plugins markiere ich die zu vertaggenden Bilder und gehe über Datei->Zusatzmoduloptionen->Geoencode in das Einstellungsmenü des Plugins. Unter dem Reiter Tracklog suche ich das GPX-File auf meiner Festplatte, stelle die korrekte Zeitzone ein und bestätige mit Klick auf “Geoencode Images” die Aktion. Nun sind die Geodaten in die EXIF-Daten der Bilder geschrieben. In Lightroom kann man dann in der Bibliothekssicht ganz unten rechts die Geodaten einsehen und direkt auf Google Maps den Entsehungsort des Bildes nachverfolgen.

Mit dem vom Amod AGL 3080 generierten GPX-Format lasssen sich natürlich auch noch andere tolle Sachen machen – man kann z.B. seine komplette Route über Online-Dienste wie Everytrail anderen Leuten zur Verfügung stellen (ich habe das hier exemplarisch mit einem Segeltrip in der Kieler Förde mal gemacht).

Über Eure Erfahrungen mit dem Amod AGL 3080 oder andere GPS-Tracker würde ich mich freuen.

Noch mehr Beiträge von: 

Moritz fotografiert mit einer Canon EOS 5D Mark II. Mehr Infos zu Moritz.

 geschrieben am: 31 Juli 2009 | 9 Kommentare | Abgelegt in: Featured, Tech-Stuff, Tests und Reviews

9 Kommentare »

  • Matze (4 comments) meint:

    Hi,

    ich nutze GPSPhotoLinker unter Mac, das LR-Plugin muss ich auch einmal testen…
    Der Royaltek RGM-3800 arbeitet offiziell auch nicht mit dem Mac zusammen, es funktioniert aber trotzdem: RGM-3800 unter OS X

  • Jens (28 comments) meint:

    Nenn mich von gestern, aber ich nehm ein Notizbuch mit. Durch das Hardcover kann ich auch mal schnell auf dem Bein das Buch ablegen und dort eine Notiz machen oder eine Zeichnung der Lage. Bisher bin ich bistens damit zurecht gekommen.

    Interessant ist so ein GPS Tracker trotzdem. Elektronikspielzeug hat ja eigentlich immer seinen Reiz :-)

    Und auf den Zentimeter genau wird man auch keine Daten bekommen. Wenn du so genau sein möchtest, bräuchtest du ein GPS Gerät des Militärs, das die verschlüsselten Daten der Satelitenent entschlüsseln kann.

  • Michael (69 comments) meint:

    Hi,

    für den Mac kann ich auch den Wintec G-Rays 2 empfehlen. Super klein, sehr zuverlässig und mit empfindlichen GPS Sensor ausgestattet.
    Zum Übertragen der GEO Daten bin ich auf das folgende Programm gestoßen: myTracks (http://mytracks.sourceforge.net/Home.html) ist Donationware und wird ständig weiterentwickelt. Es lohnt sich wirklich dies mal näher anzuschauen. Im Zusammenspiel mit dem G-Rays funktioniert das ganze wie “Hulle”

    Gruß
    Michael

  • augschburger (7 comments) meint:

    Versuche mit dem PhotoTrackr von Gisteq habe ich erst mal beendet.
    Ist zwar prinzipiell Mac tauglich, die Software aber nur für JPEGs wirklich tauglich. RAWs nimmt die MacVersion der zugehörigen Software nicht auf. Am PC soll das aber gehen.
    Also habe ich die Tracklogs – sehr umständlich – über die mitgelieferte Software ausgelesen und auf dem Mac importiert. Dann mit Jeffrey Friedls LR Plugin importiert. Das funktioniert aber leider z.T. nicht reibungslos.
    Irgendwelche Verschiebungen ( trotz sorgfältiger Zeit-Justage an der SLR ) machen es oft unmöglich, alle Bilder zu Codieren.
    Der PhotoTrackr hat den Vorteil, dass er mit einer AA-Baterie ca. 12-15 Stunden läuft.
    Wenn man das Gerät bei “Nichtbewegung” schlafen lässt, wohl noch länger. Dann werden aber mehrere Logfiles produziert. Dies macht das dann mit LR nicht wirklich Zeitsparend.

    Ich habe mir nun den JOBO photoGPS zugelegt.
    Der blockiert zwar den Blitzschuh, ist für mich aber eher tolerabel, als den Auslösekontakt meiner D300 zu blockieren.
    Sollte ich blitzen, kann mit der Taste am photoGPS auch manuell ein GeoTag gesetzt werden.
    Soweit funktioniert der photoGPS recht gut. Abweichungen von bis zu 20-25m müssen aber teilweise in Kauf genommen werden.
    Das schöne am photoGPS ist aber, dass Er ca. 1000 Einträge speichern kann. Diese werden pro Bild gespeichert.
    Somit reicht der eingebaute Akku wohl für deutlich mehr als die 1000 Speicher-Punkte.
    Eines stört mich am PhotoGPS von JOBO. Die Daten werden mit der (Mac) Software sehr schön ausgelesen. Auch RAWs werden mit Sidecar Dateien ausgestattet. Das ganze dann mit LR importiert… prima – erstmal !
    die photoGPS Software stattet die Bilder nämlich auch mit Ortsangaben und Stichworten aus. Also z.B. Land, Bundesland, Straßennamen, nahegelegene POIs ( interessante Orte – auf Wunsch ).
    Diese Schlagworte werden scheinbar kommagetrennt gespeichert.
    Lightroom nimmt diese Stichworte aber leider nicht getrennt auf.
    Somit entstehen Stichworte wie “Wiesenweg, Insel Hiddensee, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland” die in LR als EIN Stichwort-Tag gewertet werden. Trotz der Kommata.
    Hier habe ich Kontakt zu JOBO aufgenommen, in der Hoffnung eines Software-Updates.

  • Moritz (159 comments) (author) meint:

    Danke für Eure Erfahrungen zu dem Thema, sehr spannend zu lesen.

    @Jens: Deine Lösung ist natürlich auch nicht schlecht, auch wenn sie für einen Nerd wie mich nichts ist ;-)

  • ATL (1 comments) meint:

    Ich nutze einen günstigen Logger von Blumax mit MTK-Chipsatz. Zum Thema Workflow: ich habe mir das Tool HoudahGeo – http://www.houdah.com/houdahGeo/ zugelegt. Es basiert auch auf GPSbabel und kann Bilder direkt in der iPhoto-, Aperture- oder Lightroom-Bibliothek taggen. Dadurch kann man die Fotos wie bisher importieren und falls Geodaten zur Verfügung stehen, können die Bilder danach mit den entsprechenden Tags versehen werden. Ausserdem unterstützt das Tool das Taggen per Google-Maps oder Google Earth. :)

    ByE…

  • Seb (4 comments) meint:

    Ja, Geotagging ist Klasse.
    Noch besser ist es jedoch eine GPS-fähige Kamera direkt mit einem GPS-Empfänger zu verbinden. Dann werden die Geotags gleich bei der Aufnahme direkt ins JPG/RAW geschrieben … Leider geht das Bislang nur bei ein paar Nikon DSLR (mit dem Nikon GP-1 oder Drittgeräten wie dem Solmeta Geotagger N2 Kompass, Dawntech Pro Logger, …) und bei ein paar Canon DSLR mit dem Dawntech di-GPS USB.

    @Augschburger
    Jobo GPS: “Der blockiert zwar den Blitzschuh, ist für mich aber eher tolerabel, als den Auslösekontakt meiner D300 zu blockieren”
    Verstehe ich nicht! Der Dawntech Pro Logger hat am GPS nochmal die Fernauslöserbuchse (Nikon-10-Pin) intergriert, Solmeta hat einen Klinkeneingang und legt den passenden Fernauslöser bei …

    Dafür ist man nicht vom Jobo-Server abhängig. Hat mit der Indoor-Funktion auch Koordinaten wenn man mal eine Kirche, Höhle, … betritt. Die Koordinaten landen direkt im RAW/JPEG und beim blitzen kommt das GPS an den Gurt-Clip. Und laden muss man auch nicht separat, da Stromversorgung über die Kamera (also nur Ersatzakku und/oder Ladegerät für Kamera-akku mitnehmen)

    Aus den Koordinaten kann man auch die IPTC-Einträge für Staat, Land, Region, Stadt automatisch ableiten (z.B. mit Geosetter). Und das standardkonform.

  • Seb (4 comments) meint:

    Ach ja, http://neunzehn72.de/ hat einen Solmeta Geotagger getestet …

  • Geotagging: GPS-Touren über Everytrail.com veröffentlichen | fotoburschen.de meint:

    [...] ich meine Fotos mit Geodaten versehe, dass habe ich bereits in meinem Beitrag über den Geotagger Amod AGL 3080 berichtet. Heute möchte ich Euch eine weitere tolle Funktionalität des Geotagging vorstellen, [...]

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