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Mein Foto Backup und Archivierungs-Workflow

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Über die Notwendigkeit eines Backups muss man wohl niemanden aufklären, oder doch? Spätestens wenn man jemanden im Bekanntenkreis hat der schon einmal sein komplettes Bildarchiv verloren hat, wird man wachgerüttelt und kann nur hoffen, dass es nicht zu spät ist. Mit Backups ist es ja nun auch so, dass das eine Sache ist in die man Zeit und Geld steckt obwohl man hofft sie nie zu brauchen. Aber wie macht man es richtig? Was ist eine optimale Backup-Strategie? Ich möchte mal kurz meinen Backup- und Archivierungs-Workflow vorstellen und würde mir wünschen dazu von Euch Feedback und Anregungen zu erhalten. Vielleicht kann man es ja noch besser machen.

1. Keine Bilder auf der Speicherkarte lagern

Ein Grundsatz von mir ist Bilder nie auf der Speicherkarte zu lagern. Sobald ich Fotos gemacht habe werden diese noch am gleichen oder spätestens nächsten Tag auf den Rechner kopiert. Ich habe zwar Vertrauen in meine Speicherkarten, aber meiner Meinung nach sind diese kein Langzeitspeicherplatz. Ich kenne Leute, die über Wochen die Bilder auf der Kamerakarte sammeln und dann irgendwann mal die Daten übertragen. Das passt einerseits nicht zu einer anständigen Backup-Strategie und andererseits fördert es auch nicht gerade die Übersichtlichkeit. Hinzu kommt, dass ich meistens ganz heiss auf die neusten Bilder bin und diese so schnell wie möglich sichten und bearbeiten möchte. So habe ihc auch die Gewissheit, dass ich die Speicherkarte vor dem nächsten Shooting beruhigt formatieren kann.

2. Backup der Rohdaten bei der Übertragung

Lightroom Import mit Backup

Wenn ich die Bilddateien auf den Rechner übertrage wird automatisch ein Backup angelegt. Dafür hat Lightroom eine praktische Funktion direkt im Import-Dialog, die automatisch eine Kopie anlegt bevor die Daten dann auf das Arbeitsvolume kopiert und dem Katalog hinzugefügt werden. Dieses Backup landet auf einem kleinen WD My Book Raid. Da sich hier sehr schnell viele Daten ansammeln lösche ich diese Backups auch recht schnell wieder. Sie sind in erster Linie für den Fall, dass ich beim ersten Sortieren der Bilder versehentlich etwas lösche, was nicht gelöscht werden sollte.

3. Permanentes Backup mit Time Machine

Ich besitze eine externe WD My Book Studio 1TB Festplatte, die über Firewire 800 angeschlossen ist und auf der permanent ein Backup per Time Machine gemacht wird. Hier haben es Mac User echt einfach, denn Time Machine ist wirklich idiotensicher und sorgt dafür, dass auch wirklich ständig ein Backup von meinem Arbeitsvolume existiert. Die Bilder, die ich also aktuell in der Bearbeitung habe sind so permanent gesichert. Auch der Katalog von Lightroom wird so immer mit gesichert und kann im Notfall sehr schnell wiederhergestellt werden.

4. Archivierung alter Bilder

Lightroom Volumes

Ich habe zu viele Bilder um sie alle ständig auf dem Macbook zu lagern. Auch wenn ich es schön finden würde immer alle Bilder dabei zu haben, so geht das aufgrund der Datenmenge nicht. Daher werden ältere Bilder regelmäßig auf mein WD My Book Raid mit 2 TB ausgelagert. Das mache ich innerhalb von Lightroom, denn so habe ich die Bilder weiter im Katalog und kann zumindest auf die Thumbnails zugreifen, auch wenn die externe Platte nicht angeschlossen ist. Als Archiv habe ich mich daher bewusst für das Raid entschieden, da die Bilder dann nicht mehr per Time Machine gesichert werden und auch nicht mehr auf dem Macbook vorhanden sind.

5. Einlagerung im Tresor

Ja, Ihr lest richtig. Ich lagere meine Bilder von Zeit zu Zeit im Tresor bei uns im Keller ein. Die ganzen tollen Backups nutzen einem nichts, wenn plötzlich der Blitz einschlägt und dann womöglich die externen Platten im Arsch sind. Also synchronisiere ich in regelmäßigen Abständen meine Archiv-Platte und die Arbeitsplatte im Macbook mit einer weiteren externen Platte, die dann im Tresor eingelagert wird. Das Synchronisieren geht wunderbar mit rsync und dem komfortablen Frontend arRsync. Leider lässt sich dieser Vorgang nicht so wirklich automatisieren, da ich unseren Hund noch nicht dazu bewegen konnte die Platte aus dem Keller zu holen und bei mir im Büro anzuschließen. Normalerweise mache ich aber alle 1-2 Wochen ein Sync.

Ein Wort zu Online-Backups

Natürlich habe ich mich auch mit Online-Backups beschäftigt. Auf dem Papier ist das eigentlich die allerbeste Backup-Lösung, da die meisten Anbieter Tools für das automatische Backup anbieten und man sich somit gar keine Gedanken mehr machen muss. Nach einigen Tests von diversen Anbietern musste ich aber das Online-Backp als vollkommen unpraktikabel zu den Akten legen. Die Gründe dafür sind recht einfach:

  • Geschwindigkeit: Der schnellste Internetanbieter bietet nicht genug Upstream-Geschwindigkeit um die Datenmengen eines ambitionierten Fotografen zu sichern. Wir sprechen bei mir immerhin von über 130 GB nur für Fotos.
  • Unausgereifte Software: Die Tools der Online-Backup-Anbieter sind durch die Bank ziemlich unausgereift. Plötzlich geht das automatische Backup nicht mehr oder der Status wird vergessen nachdem man den Rechner einfach zugeklappt hat und darf von vorne beginnen. Keines der Tools konnte mich wirklich überzeugen.

Fazit

Mit meinem aktuellen Workflow für Backup und Archivierung bin ich eigentlich ganz zufrieden. Klar, den Supergau Hausexplosion habe ich noch nicht abgedeckt, aber ich denke darüber nach zumindest alle paar Monate mal ein weiteres Backup außer Haus zu schaffen und vielleicht bei den Schwiegereltern zu lagern.

Nennt mich ruhig paranoid, aber wenn meine Fotos weg wären, dann könntet Ihr sicherlich am nächsten Tag von einem amoklaufenden Fotografen in der Hamburger Ausgabe der Bildzeitung lesen ;-)

Nun seit Ihr gefragt. Wie macht Ihr es? Wie sieht Eure Strategie aus? Habt Ihr noch Tipps und Vorschläge? Immer her damit. Ich freue mich auf eine leerreiche Diskussion.

Noch mehr Beiträge von: 

Paddy kommt aus Hamburg und fotografiert mit einer Nikon D700. Mehr Infos zu Paddy

 geschrieben am: 14 Dezember 2009 | 9 Kommentare | Abgelegt in: Tech-Stuff

9 Kommentare »

  • zoomyboy (4 comments) meint:

    Mal abgesehen, von deinem Backup Aufwand, der schon leicht Akte-X mäßig ist ;)
    Hast du wirklich 130GB Bilder die so gut sind, das sie aufgehoben werden müssen? Oder sind das Dokumentarische bzw. Private Bilder?

    Verstehe mich nicht falsch, aber ich Fotografiere auch schon eine Zeit lang digital, ich komme aber auf maximal 2GB Bilder, die so gut sind, das ich sie mir irgendwann noch einmal ansehen bzw. ausdrucken will.

  • Paddy (118 comments) (author) meint:

    @Zoomyboy: Nein, die 130 GB sind sicherlich nicht alles Bilder, die es Wert sind aufgehoben zu werden. Allerdings schmeisse ich auch nicht konsequent genug weg. Wenn ich 100 Bilder knipse, dann kommen dabei irgendwas zwischen 2 und 7 Bilder raus, die ich wirklich gut finde. Etwa 50 sind so scheisse, dass sie gleich im Müll landen. Die restlichen 43 Bilder hebe ich aber trotzdem auf. Da kommt wohl zum Vorschein, dass Plattenplatz nicht wirklich viel kostet.
    Für die wirklich guten Bilder gibt es in Lightroom entsprechende Sammlungen.
    Ich bewundere Menschen, die es hinbekommen so konsequent auszumisten.

  • Marcel (29 comments) meint:

    Sehr gut, das ist ein Thema, mit dem ich mich wissentlich im Kopf beschäftigt habe, leider noch überhaupt kein bisschen am Rechner.
    Ich muss dringend einen besseren Workflow finden, was das Aussortieren und Löschen alter und schlechter Fotos angeht. Und anschließend saubere Backups ziehen, dazu werde ich mir nach Weihnachten wohl auch mal eine externe Platte zulegen.
    Da ich eh noch recht wenig fotografiere und nicht mein Geld damit verdiene, wäre es aktuell nur semi schlimm, wenn ich einen Crash hätte. Obwohl ein paar gute Erinnerungen würden schon flöten gehen…

  • Paddy (118 comments) (author) meint:

    @Marcel: Jetzt muss ich aber etwas zynisch fragen: Wieso bis nach Weihnachten warten?

  • zoomyboy (4 comments) meint:

    Paddy, ich schenke dir zu Weihnachten eine große LÖSCHTASTE :)

  • manne (32 comments) meint:

    ich habe 2 externe festplatten. eine die nicht dahoim ist, wegen blitz und brand ;)
    dass muss schon passen ;)
    übgigens habe ich schon ca. 400 gb an bildern die ich nicht wegwerfen will.
    von hochzeiten etc heb ich einfach alles auf. jpgs, raw und psd ;)

  • augschburger (7 comments) meint:

    habe ein CAT6 Kabel in den Keller verlegt. Daran hängt eine “Synology 106 – NAS” mit 1,5 TB.
    Mit Chronosync wird hier regelmäßig ein Backup wichtiger Daten im Keller angelegt.
    Um die Backupdauer stark zu verkürzen, verzichte ich auf das Backup der Catalog Previews.lrdata von LR.

    Damit hoffe ich bei Einbrüchen und evtl. Brand einigermassen abgesichert zu sein.
    Über Timemachine wird natürlich stündlich auf eine USB Platte gesichert.
    Leider gibt es noch keine zuverlässige Möglichkeit, per TimeMachine auf ein Netzwerkvolume zu sichern. Synology kann es theoretisch. Leider haperts in der Praxis. Eine TimeCapsule ist einfach unverhältnissmäßig teuer.

  • Basti (3 comments) meint:

    Ein funktionierendes Backup ist eine der wichtigsten Sachen! Gerade wenn mal Bilder der eigenen Kinder dabei sind, das wäre dann wirklich unwiederbringlich. Bis auf die Platte im Tresor haben wir witzigerweise den gleichen Flow :-)

  • elfpunkt (8 comments) meint:

    Also ich nutze Aperture zum verwalten und Time Machine zum sichern.
    Ich habe eine Aperture Library, in der alle Bilder seid ca 2002 (30.000) verwaltet werden. Die Bilder selbst liegen auf einer externen Platte, je ein Ordner pro Jahr. Nur die letzten 2-3 Projekte sind direkt in der Library, damit aich auch unterwegs drauf zugreifen kann, sie liegt lokal auf der Platte meines Macbooks.

    Die Library selbst und die externe Plette werden mit Time Machine auf eine Time Capsule (1GB) gesichert.

    Zusätzlich habe ich noch eine 1GB USB Platte, auf die ich von Zeit zu Zeit die Aperture Library und die Bilder ziehe (jeweisl ne Vollsicherung, Platz ist genug da …. ja es gibt intelligentere Lösungen :-)
    Die Backup Funktion von Aperture läuft so langsam, dass ich die Vollsicherung vorziehe (da weiss man, was man hat :-)

    Die USB-Platte sollte eigentlich ausser Haus liegen, nen Safe habe ich nicht, das mache ich aber meistens nur im Urlaub ….

    Vom Volumen her halte ich es so wie Paddy: 50% hebe ich ungefähr auf, 5% meider Bilder finde ich gut :-)

    Mich würde neben dem Backup-Workflow auch noch interessieren, wie ihr Eure Libraries organisiert.

    Ich habe einen Folder für jedes Jahr und darin viele Alben, bei längeren Urlauben noch hierarchisch untergliedert.
    Zusätzlich noch intelligente Alben, in denen nach Keywords gesammlt wird.

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