Nik Color Efex Pro 3.0 im Test
Seit kurzem bin ich ein großer Fan der Nik Tools, da sie bei der Bildbearbeitung dem Foto noch den letzten Schliff geben können. Zum ersten mal habe ich die Tools bei meinem Fotoburschen-Kollegen Paddy gesehen. Bisher habe ich die 15-Tage Demo-Version von Nik Color Efex Pro 3.0 getestet, vor kurzem wurde mir dann von Nik Software eine Vollversion zur Verfügung gestellt. Daher nehme ich das zum Anlass um mal einen etwas ausführlicheren Test von Nik Color Efex Pro 3.0 zu veröffentlichen. Ein Teil meines Fazits jedoch vorweg: ich nutze die Nik Color Efex Pro 3.0 sehr gerne!
Nik Color Efex Pro 3.0 im Überblick
Im Grunde genommen ist Nik Color Efex Pro 3.0 eine umfassende Sammlung an Filtern, die einen Fotografen bei der Bildbearbeitung unterstützen. Die patentierte U Point®-Technologie verspricht vor allem Filtereffekte selektiv, also nur für einzelne Bildbereiche, anzuwenden. Der ambitionierte Photoshop-User wird anmerken, dass dies doch alles durch Ebenen, Masken und Photoshop-Filter durchführbar ist. Doch, um meinem Fazit schon etwas vorweg zu nehmen, geschieht das mit Nik Color Efex Pro 3.0 deutlich schneller und m.E. auch effektiver. Liegt wohl auch daran, dass ich kein Power-Photoshop-User bin…
Das Toolset ist sowohl für Windows-Systeme als auch für Mac OS X erhältlich.
Anbindung an Lightroom und Photoshop
Da ich meine Bilder alle in Lightroom verwalte und größtenteils auch dort bearbeite ist mir natürlich eine Anbindung an Lightroom sehr wichtig. Diese Funktion bietet Nik Color Efex Pro 3.0 out-of-the-box an. Somit ist es sehr einfach direkt aus Lightroom ein Bild zur Bearbeitung in Nik Color Efex Pro 3.0 auszuwählen. Lightroom fragt auch nach ob eine Kopie mit den Lightroom-Anpassungen erstellt werden soll oder ob das Original bearbeitet werden soll – der Rest wird automatisch erledigt, sprich das bearbeitete Bild ist danach wieder am passenden Ort in Lightroom. Diese Funktion finde ich äußerst praktisch da ich es nicht gerne habe, Bilder erst irgendwo auf die Platte aus Lightroom zu exportieren, es dann in einem weiteren Tool wieder zu öffnen und letztendlich wieder in Lightroom zu importieren.

Screenshot Anbindung Lightroom – Nik Color Efex Pro 3.0 (Bild klicken für Vergrößerung)
Die selbe Funktionalität ist übrigens auch für Photoshop gegeben, wo die Nik Filter ebenso direkt anwendbar sind.
Das Benutzerinterface von Nik Color Efex Pro 3.0
Das Benutzerinterface ist bereits auf den ersten Blick nutzerfreundlich gestaltet. Am linken Bildrand werden alle zur Verfügung stehenden Filter aufgelistet, man kann auch für bestimmte Situationen (Portrait, Landschaft etc) filtern. Im Hauptbereich des Tools wird das zur Bearbeitung ausgewählte Bild dargestellt. Alternativ kann man auch zwischen unterschiedlichen Vorher/Nachher-Vergleichsansichten wählen. Im rechten Seitenbereich des Tools stehen individuelle Einstellungsoptionen für den ausgewählten Filter zur Verfügung.

Screenshot Arbeitsbereich (Bild klicken für Vergrößerung)
Die Filter von Nik Color Efex Pro 3.0
In der Complete Edition von Nik Color Efex Pro 3.0 kann man in der Complete Edition auf 52 Filter zurückgreifen. Eine ganze Menge. Die Standard Edition kommt mit 15 Filtern aus, die Select Edition mit 35 Filtern. Wer eine Übersicht aller angebotenen Filter haben möchte, der kann sich das bei Niksoftware auf der Webseite anschauen: Nik Color Efex Filter im Vergleich. Dort sind auch viele Beispielbilder zu sehen, die einen Vorher/Nachher-Vergleich ermöglichen.
Im Praxiseinsatz muss ich sagen, dass ich manchmal etwas “überfordert” mit den vielen Filtern bin. Ich geh dann nach und nach die Filter durch und schaue erstmal welcher Filter am ehesten passt. Habe ich mich dann für einen Filter entschieden, so geht es an das Feinjustieren. Idealerweise weiß man schon vorher wie das fertige Bild aussehen soll. Dann geht auch die Filtersuche schneller. Gut gelöst wurde die Kategorisierung der Filter: Je nach Bild kann man spezielle Filter für Portrait / Landschaft etc auswählen.
Hier mal ein Bild von mir, welchem ich durch Nik Color Efex Pro 3.0 den letzten Schliff gegeben habe:

Bild New York, Lower Manhatten, bearbeitet mit Nik Color Efex Pro 3.0 (Bild klicken für Vergrößerung)
U Point®-Technologie
Um ehrlich zu sein hatte ich am Anfang meine Probleme mit der U Point®-Technologie, doch hat man sich damit erstmal intensiv beschäftigt ist das ganze eigentlich recht einfach. Man hat die Möglichkeit einen Kontrollpunkt mit 0% oder einen Kontrollpunkt mit 100% zu setzen. 0% Deckraft bedeutet, dass der ausgewählte Filter zu 0% ausgeführt wird, 100% Deckkraft bedeutet dass der ausgewählte Filter zu 100% ausgeführt wird. Diesen Kontrollpunkt setzt man dann im Bild an einer beliebigen Stelle ab, wo selektiv ein Bildbereich bearbeitet werden soll, Dann hat man zwei Schieberegler: der obere Schieberegler regelt den Radius und somit den Bildbereich, auf welchen der Filter angewendet wird. Der untere Schieberegler regelt die Deckkraft, was den Effekt verstärken oder abschwächen kann. Somit kann man schön mit selektiven Bearbeitungen spielen und dem Bild den Effekt verleihen, den man haben möchte.

Screenshot U Point®-Technologie
Fazit
Die Nik Color Efex Pro Filter sind aus meine täglichen Bearbeitungsworkflow eigentlich nicht mehr wegzudenken. Die Filter decken viele Einsatzbereiche ab um einem guten Motiv noch den notwendigen Feinschliff zu geben. Die Anbindung an meine bisherige Softwarelandschaft ist sehr gut. Der Preis für Nik Color Efex Pro 3.0 liegt bei 99 EUR in der Standard Edition (15 Filter), 159 EUR in der Select Edition (35 Filter) und 299 EUR in der Complete Edition (52 Filter). Momentan spiele ich mit dem Gedanken mir die komplette Suite Nik Complete Collection inkl. der ebenso separat erhältlichen Tools Dfine 2.0 (Rauschreduzierung), Viveza 2 (selektive Bildbearbeitung), Silver Efex Pro (Schwarzweiß-Bearbeitung) und Sharpener Pro 3.0 (Bildschärfung) zu kaufen. Der Preis von 299 EUR für die Complete Collection in der Lightroom Edition ist zwar stolz, die Ergebnisse rechtfertigen den Preis jedoch auch (wie Paddy bereits festgestellt hat). Ach übrigens: Tutorials für die Nik Color Efex Pro 3.0 sind auf der Herstellerwebseite unter dem Punkt “Lektionen” zu finden.









Hallo Moritz,
ich kann Deine Begeisterung nur bestätigen.
Ich nutze sie seit sie auf dem Markt sind und möchte sie nicht mehr missen. Der Worklflow ist einfacher und viel kürzer, d.h. ich habe mehr Freizeit
Meine Vorhehensweise ist: Zuerst Dfine 2.0, auch bei der D700, dann Viveza 2.0 (meinem Favorit!!!), gefolgt von den Filtern oder Silver Efex, je nachdem ob ich Farbe oder SW haben möchte.
Den Sharpener habe ich nicht und vermisse ihn auch nicht, weil ich mit den PS Bordmitteln gut zurecht komme.
VG Markus
Nik rockt total. Mein Favorit ist auch Viveza und gleich danach kommt Silver Efex. Am besten gleich das ganze Package kaufen
Mich stört lediglich ein bisschen, dass alle Änderungen destruktiv sind. Schöner wäre, wenn man nachträglich die Effekte noch mal verändern könnte. Das geht zumindest bei der Lightroom-Version nicht, bei der PS scheint das angeblich zu funktionieren.
@Paddy: Ja, wenn Du vorher die Ebene als Smartfilter umwandelst, kannst Du den Filter später abändern.
[...] gerne einen allgemeinen Überblick über Nik Color Efex haben möchte, schaut am besten mal in den Artikel von Moritz bei den Fotoburschen rein. Tags: color efex, Foto, nik [...]
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