Situationen bei welchen man als (Hobby-) Fotograf platzen könnte…
Wahnsinn – diese Woche hatte ich wieder eines dieser Erlebnisse welches mir als Hobbyfotograf Kopfweh bereitet hat. Man kommt öfters in solche Momente, bei welchen unbeteiligte Dritte irgendwelche unqualifizierten Kommentare über die eigenen Bilder oder das Hobby ablassen, die sowas von überhaupt nicht passen. Damit meine ich nicht ernstgemeinte, konstruktive Kritik sondern wirklich unqualifiziertes BlaBla. Während der eine drüber lacht und sich gekonnt auf die Sache einstellen kann, gibt es wieder andere die solche Diskussionen zum Wahnsinn treiben. Damit ihr wisst welche Situationen ich meine, hab ich zwei meiner Highlights mal hier niedergeschrieben.
Fall 1:
Familienfeier. Alle sind da, auch Verwandte die man sonst nicht so oft trifft. Irgendwann wird man anhand seiner DSLR-Wumme als Hobbyfotograf erkannt (manche halten die Röhre, äh das Objektiv, auch für einen Sektkühler). Meist erkennt die Situation am allerersten ein Mensch vom Typ “Onkel Herbert”, der gerade erfolgreich den Kurs “Etikettenbeschriftung mit dem Nadeldrucker” bestanden hat. Zielgerichtet kommt er nach dem dritten Bier auf Dich zu und möchte die Bilder der Party mal ansehen. Nach kurzem Durchblättern kommt dann meist ein “Woooooooooow” heraus, besonders bei Bildern die nix geworden sind. Dann begutachtet er die Kamera – nur nix anmerken lassen dass er sich nicht auskennt – und bringt die absolute Killerphrase: “Naja. Is ja klar. Solche Bilder sind nur mit so einer Kamera möglich. Die hat bestimmt viele Megapixel, oder?” Der Mann hat Ahnung.
Fall 2:
Weil man so eine Freude an der Fotografie hat, muss man natürlich der Familie die Bilder auch in Druckform aufdrängen. Meist passiert das zu Anlässen wie Geburtstag, Ostern oder Weihnachten. So ist das natürlich auch bei mir, und ich habe ausgewählten Familienmitgliedern einen Wandkalender mit selbstgeschossenen Motiven aus der Region unter den Baum gelegt. Alle waren glücklich, alle waren happy (zumindest haben sie so getan). Doch was nun – 2 Monate danach – passiert ist, das geht unter keine Kuhhaut. Wie das so ist kommt bei den Beschenkten hier und da mal Nachbar Willi oder Busenfreundin Kunigunde zum Café vorbei – und entdecken den Wandkalender. Völlig begeistert von den Bildern wollen sie dann einen solchen Kalender auch haben. Der ein oder andere fragt dann sogar direkt bei mir nach. Der letzte, der dies getan hat ist jedoch total frustriert wieder von Dannen gezogen, weil “der Preis von 24,95 EUR total überzogen wäre” (Anm. d. Red.: 24,95 EUR ist der Selbstkostenpreis). Herzlichen Dank. Beruhigt war ich dann, dass dieser Typ vom Kaliber Nachbar Willi wiederum beim Beschenkten nachgefragt hat, “ob man den Kalender nicht haben könnte, wenn man selbst sich an den Bildern satt gesehen hat“. Somit wird das alles wenigstens zweitverwertet
Ist Euch sowas auch schonmal passiert? Wie geht ihr mit diesen Situationen um? Gerne freue ich mich auf Eure Erlebnisse.









Von der Sorte gibt es zuhauf, zumindest von denen die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Das Beste ist, Ohren auf Durchzug und gar nicht drüber aufregen
Ich hatte sowas noch nicht, da unsere Verwandschaft zu weit weg wohnt
VG Markus
Sehr verhasst bei mir:
Freunde heiraten, irgendwer feiert irgendwas…irgendwer kommt 100% auf die Idee: “Hey…spart euch das Geld für einen Fotografen doch. Der Micha kann das doch.” Absolut nervig! Keiner auf die Idee, dass ich vielleicht lieber mitfeiern will und das mitfeiern und gute Fotos machen (Fotos wie gewöhnlich gewünscht werden) sich ausschließen. Ich meine ich bringe auf eine Party etc. gerne meine Kamera mit ich möchte aber nicht für die Fotos verantwortlich sein.
Oooooh ja, solche Leute vom Typ “Onkel Herbert” sind leider viel zu arg verbreitet… Aber am besten ihm mal das gute Stück in die Hand geben (wenn er sich keinen Bruch hebt), dann kann er selbst mal sein Glück versuchen, dann wird er ganz schnell mundtot…
yay. onkel herbert gibts oft. super geschrieben.
Hallo =)
Ja, ich kenne das. Und ich hasse es!
Genau diese Situationen bringen mich des Öfteren dazu, nahezu alle Gründe anzuzweifeln, weswegen ich überhaupt fotografiere (denn letztendlich geht es ja auch darum, dass andere Personen gefallen an den Bildern finden).
Und leider sind es meist Momente mit Familienangehörigen, Freunden bzw. Bekannten, die einem die Euphorie und die Freude am Fotografieren (wenn auch nicht anhaltend) rauben können.
Vielleicht übertreibe ich auch ein Bisschen, aber genau solche Kleinigkeiten sind es, die mich zum Grübeln bringen …
Aber da muss man leider durch!
Viele Grüße und Kopf hoch =)
Tristan
“Dein Kommentar warten auf Moderation und Freischaltung.”
Ist das gewollt so? =P
soviel warheit an deinem Artikel … aus dem grund hab ich aufgehört Menschen zu fotografieren
Gott musste ich gerade lachen. Wie geil ist das denn geschrieben?
Und ja, von den Leuten gibt es sicherlich den einen oder anderen.
Ich gebe aber nicht auf und versuche in möglichst wenigen Sätzen, die noch halbwegs verständlich sind, die Technik und das Fotografieren zu erklären anhand von 2-3 Beispielen. Nur in dem Rahmen, dass derjenige versteht, worum es noch geht und nicht überfordert ist.
Zu meiner Verteidigung muss ich noch dazu gestehen, dass ich ja auch gerade erst mit einer DSLR angefangen habe und selbst in einem frühen Lernprozess stecke.
Im Großen und Ganzen gibt es aber nicht so viele Leute in meinem Umkreis, die so ticken. Zum Glück!!
Sehr gut geschrieben – konnte vor lachen nicht mehr sitzen
Sei mal Informatiksupporter und deine Verwandtschaft weisst davon …
Probier mal ein anderes Gesprächsthema zu finden …
@Micha: Genau, gute Fotos sollen ihren Preis haben.
In solchen Situationen hole ich immer meine 10 Tipps um ein besserer Fotograf zu werden raus:
http://neunzehn72.de/10-tipps-um-ein-besserer-fotograf-zu-werden/
Ja da hast Du einen wahren Punkt getroffen …
Bei uns bin ich meist der ‘Freak’ der beruflich irgendwas mit Computern macht und auf Feiern immer knipst, daher kenne ich diese typischen Gespräche und Fragen einfach jeden Computer innerhalb Sekunden reparieren zu müssen und die Themen wie Dein Fall #1. In dem Moment sehr nervend aber im Nachhinein immer für ein Lachen gut
In diesem Sinne, sind wir nicht alle ein wenig verrückt ?
Hehe. Schön zu lesen, dass es auch anderen so geht wie mir. Mir deswegen aber die Lust am Fotografieren vermiesen zu lassen, dass kommt nicht in die Tüte
Gott sei Dank überwiegen die positiven Erlebnisse, zB mit Euch über sowas zu schmunzeln. Paddy’s Liste ist jetzt auf jedenfall fester Bestandteil in meinem Fotorucksack, damit ich ab sofort immer schlagkräftig antworten kann
Hallo,
ja, auch ich kenne diese Situationen
Am schlimmsten finde ich immer, wenn ich mal wieder analog unterwegs bin und jeder will auf das Display schauen…
LG
Stevie
Mein “Onkel Herbert”: “Mach das Foto nochmal, ich bin ja gar nicht in der Mitte…”
.
Ich rege mich aber nie über so was auf, Schwamm drüber und auf dem nächsten Foto ist er wieder nicht in der Mitte
Ööhem kann ich toppen.
Wenn ich für ein Gruppenfoto im Studio stehe und einer der zu fotografierenden lässt dann so ganz nebenbei die Bemerkung fallen ” ich habe mir jetzt die D700 zugelegt ” und das mit einem schälen Seitenblick auf meine D300 ….. uuuumpf.
Ja die D700 wird einmal im Jahr rausgeholt, wenn’s nach Tirol in Urlaub geht, um Tante Frieda vor dem Füchsleinjoch zu fotografieren …. die Welt ist ungerecht.
Aber halt, was ist das für ein Frust wenn der gute Herr merkt das er trotz der gefühlten *400* an mehr Leistung, die schlechteren Bilder macht.
VG Frank
Ja, beide Situationen kenne ich. Grade die mit dem Kalender hat sich bei mir fast 1:1 zugetragen.
Mir ist es aber auch mal passiert, dass mich ein älterer Herr angesprochen hat, als ich grade dabei war Landschaftsaufnahmen zu machen… mein erster Gedanke “och nö, nicht wieder so eine Diskussion”, aber es stellte sich raus, dass der alte Herr wirklich viel Ahnung hatte (und nicht nur dachte sie zu haben), wurde eine wirklich interessante halbe Stunde Fotogespräch, bis er gen Himmel guckte und meinte “noch 2-3 Minuten dann beginnt die blaue Stunde, ich werd mal weiterziehen und sie in Ruhe arbeiten lassen, außerdem muß ich zu Hause meine Frau mal fragen, wo eigentlich meine Leica hingekommen ist…”
Schöne Diskussion auf einer Hochzeit: “Das ist aber ne große Kamera, ist die digital?” – “Ja, ist sie.” – “Warum ist die dann so groß?” – “weil man sie dann besser in der Hand halten kann!” – “Die hat bestimmt viele Megapixel?” – “sie hat 10 Megapixel” – “hm, hat mein Handy auch…” …was hätte ich da noch sagen können? Ich Bin einfach wortlos weiter gegangen, eine Diskussion über Qualität der Objektive, Sensorgröße, Autofokus, 100% Sucherbild, etc. pp wäre völlig nutzlos gewesen.
@Informatik
Typischer Dialog: “Du studierst doch Informatik?” – “ja?” – “Ich hab da ein Computerproblem” – “Tut mir leid, mit Computern kenne ich mich nicht aus, aber wenn du mal ein Problem mit einer relationalen Datenbank oder einer prozeduralen oder objektorientierten Programmiersprache hast, bin ich dein Mann!” Wirkt immer! Meine Freundin hat mich leider irgendwann durchschaut
Hallo, an alle.
Lieber Moritz, ich verkneife mir jeden Kommentar da ich ähnliches erlebt habe. Menschen die meinen eine Kompaktkamera könne das auch was eine Spiegelreflex mit lichtstarken f/2.8 Objektiven können.
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